Rückblick VDE Exkursion: Thyssenkrupp

Am 19. April 2018 führte die VDE Hochschulgruppe eine Exkursion zum Unternehmen Thyssenkrupp im Duisburger Norden durch. Studenten und VDE-Mitglieder erhielten eine Präsentation des Unternehmens und eine Führung durch das Unternehmen.

Nach einer freundlichen Begrüßung durch Mitarbeiter des Stahl-Informations-Zentrums gab es zum Einstieg einige Informationen durch einen Film im 360°-Kino über die Innovationen der heutigen Stahlherstellung und das gastgebende Unternehmen Thyssenkrupp. Anschließend wurden hier alle Exkursionsteilnehmer über die Sicherheitsanfordungen für Besucher informiert und mit einem Schutzhelm, Schutzbrille und Kopfhörer ausgestattet.

Mit einem Bus fuhren wir dann durch das ca. 10 km² große Werksgeländes und konnten so einen imposanten Eindruck von der betriebseigenen Hafenanlage, den Kohle- und Eisenerzmischlagerstätten, den Sinteranlagen und der Kokerei gewinnen. Das gesamte Duisburger thyssenkrupp-Areal liegt vorwiegend in Rheinnähe und erstreckt sich über die Stadtteile Fahrn, Marxloh, Hamborn, Bruckhausen, Beeckerwerth und weiter südlich liegen  das Kraftwerk Ruhrort und Walzwerk Hüttenheim.

Besonders beeindruckend war die Besichtigung des Hochofens 8, der seit 2007 ca. 6000 t pro Tag Roheisen produziert und das ununterbrochen bis 2027 ... 2031 auch noch leisten soll! Hierzu hatten wir zum Einstieg einen Rundgang durch die Hochofenwarte (dem Leitstand) mit einer besonders informative Einführung in das Thema Eisenerzverarbeitung. Der Schichtleiter visualisierte uns auf einem Bildschirm des Leitsystems den Hochofenprozess und gab uns im Gespräch viele Detailinformationen dazu. Anschließend hatten wir das große Glück, einen Hochofenanstich aus der Nähe mitzuerleben. Nach dem Anstich schoss mit einer gigantischen Funkencorona das weißglühende, flüssige Roheisen aus dem Hochofen. Es wurde vom Hochofen über die Roheisenrinne direkt in sogenannte Torpedopfannen geleitet und über Schienen zum Stahlkonverter gefahren. Im Konverter wird Roheisen u.a. durch Kohlenstoffentzug in Rohstahl umgewandelt. Auch hier waren wir gerade zum richtigen Zeitpunkt vor Ort und konnten die Beschickung einen Konverters mit flüssigem Roheisen und Kühlschrott aus der Nähe beobachten. Welche Dimensionen hinter der Stahlherstellung stecken wurde uns deutlich, als sich ein Topf mit 320 Tonnen flüssigem Roheisen nur wenige Meter an uns vorbei bewegte. Zum Tourabschluss konnten wir noch einen kurzen Einblick in den laufenden Walzbetrieb einer Warmbandstraße nehmen. Hier sahen wir, wie aus den hellrotglühenden, kurzen Brammen der Stranggießanlage bis zu 1200 m lange Bleche durch walzen entstehen, die nur noch in aufgewickelter Form, den sogenannten Coils, transportiert werden können.

Zum Schluss der eindrucksvollen Tour konnten noch einige Fragen an die Tourleiter gestellt werden.